| Verschiedene Gewitterarten |
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Die Unterteilung von Gewittern in ein Spektrum gibt unser derzeitiges Verständnis
von Gewittern wieder.

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Obwohl so ein Spektrum nützlich ist, ist es weder perfekt, noch eine endgültige
Lösung. Die Aufteilung der Gewitter innerhalb des Spektrums, abhängig von der
Stärke ihres Aufwindes, wird hier durch verschiedene Farben dargestellt. Die
Häufigkeit der jeweiligen Aufwindstärken-Kategorie wird durch unterschiedliche
Längen im unteren Balkendiagramm veranschaulicht.
Ein starker Aufwind, bei dem die Gefahr für Leben und materielle Güter größer ist,
ist seltener als ein schwacher Aufwind. Intensive Aufwindgewitter
sind zwar relativ selten, machen aber den größten Anteil
bei den materiellen Schäden und Verletzten Personen aus.
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Die Aufteilung in Einzelzelle, Mehrfachzelle und Superzelle umfasst die vorherrschenden
Gewitterarten innerhalb eines Spektrums. Eine Zelle bezeichnet ein Aufwind/Abwind Paar.
Daher gibt es in einem Mehrfachzellengewitter viele verschiedene Aufwind/Abwind Paarungen auf
kleinem Gebiet. Mehrfachzellengewitter können weiter aufgegliedert werden in
Squallines und Mehrfachzellen-Cluster.
Das intensivste Aufwind Gewitter ist die Superzelle, ein Gewitter, das fähig ist,
die zerstörerischten Wettererscheinungen hervorzurufen, darunter gewaltige Tornados.
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| Die vier Gewitterarten |
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Mit den beiden Mehrfachzellen-Gewitterkategorieren haben wir insgesamt vier grundlegende
Arten von Gewittern im Spektrum. Die Superzelle erzeugt immer extreme Wettererscheinungen,
wogegen die anderen Arten manchmal leichte, manchmal schwere Gewitter erzeugen. Wir wollen
unterstreichen, daß der Begriff "schweres Gewitter" eine Definition des Nationalen
Wetterdienstes ist, wonach ein schweres Gewitter eine der folgenden Eigenschaften erfüllen
muß: Hagel mit 2cm oder größerem Durchmesser, Downbursts von mindestens 80 km/h oder Tornados.
Bevor wir näher auf die einzelnen Arten von Gewittern eingehen, ist es wichtig zu betonen,
daß die wirklichen Gewitter sich nicht immer genau in die Kategorien pressen lassen, die
wir gerade beschrieben haben. Die Forschung hat vorgeschlagen, daß die grundlegende
Einteilung von Gewittern nur zwischen Superzellen und allen sonstigen Gewittern, den
sogenannten gewöhnlichen Gewitterzellen, erfolgen
sollte.
Gewitter, die keine Superzelle sind, bestehen aus einer oder mehreren gewöhnlichen Zellen,
und wir haben beschrieben in welchen drei Arten diese gewöhnlichen Zellen vorkommen können:
als isolierte Zelle, als Gewittercluster und als Linie von Zellen (Squalline). Obwohl die wirklichen
Gewitter auch Zwischenstufen der verschiedenen Arten zeigen können, ist dieses Schema
dennoch nützlich. Der Grund liegt darin, daß die Intensität der Wettererscheinungen,
die von einem Gewitter ausgehen, von der Kategorie abhängig ist, zu der es am besten passt.
Wir müssen auch hervorheben, daß ein Gewitter seinen Typ mehrmals während seiner Existenz
wechseln kann.
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| Einzelzellen Gewitter |
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Gewitter, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen, haben eine Lebensspanne von 20-30
Minuten. Sie sind zumeist nicht stark genug, um schwere Gewitter zu erzeugen. Eine
echte Einzelzelle kommt nur selten vor. Auch wenn Gewitter in geringer vertikaler
Windscherung getrennt erscheinen, so kann doch
die Böenfront des einen Gewitters die Bildung eines anderen Gewitters in der Entferung
anregen.
Obwohl die meisten Einzelzellengewitter nicht stark sind, so gibt es doch einige
Einzelzellen, die, wenn auch in gemäßigter Form, die Kriterien für ein schweres Gewitter
erfüllen. Diese Gewitter, genannt schwere Impulsgewitter, bilden sich vorwiegend
in labilerer Umgebung als die Einzelzellen, die nicht zu einem schweren Gewitter führen.
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Impulsgewitter scheinen mehr oder weniger zufällig extreme
Wettererscheinungen wie Downbursts, Hagel, starke Regenfälle und schwache
Tornados hervorzurufen. Das erscheint uns vielleicht nur deswegen zufällig, weil wir
sie nicht so recht verstehen. Es soll in Erinnerung gerufen werden, daß jedes Gewitter
theoretisch fähig ist, einen Tornado zu produzieren.
Die Vorhersagemöglichkeiten sind sehr gering, da die Macher der Wettervorhersagen
nie mit Sicherheit sagen können, ob ein Gewitter zu einem schweren Gewitter wird und
in welchem Bereich des Gewitters die extremen Ereignisse auftreten. Jedoch kann
die Microburst Gefahr für die Luftfahrt nicht überbetont werden.
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Dies ist ein Einzelzellengewitter in Richtung Osten aus einer Entfernung von 24 km. Das
Gewitter bewegt sich nach Osten (in das Bild hinein). Ein Teil des Ambosses ist hinter
dem Gewitter zurückgeblieben, aber der größte Teil des Ambosses ist ausgeblasen und eilt
dem Gewitter voraus, was aus dieser Perspektive nicht gut sichtbar ist. (Mai Gewitter in Texas
Pahnandel nahe Amarillo.)
Photo
NSSL |
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Reine Einzelzellengewitter sind recht selten, da selbst die schwächsten Gewitter für
gewöhnlich als Mehrfachzellen auftreten. Einige würden Einzelzellengewitter auch als
Luftmassengewitter bezeichnen. Dieses Gewitter im späten Mai in Oklahoma, fotografiert aus
32 km Entfernung in Richtung Nordost, trat in einer schwachen bis mäßigen vertikalen
Windscherung auf. Es hat kein schweres Gewitter gegeben.
Foto:
Moller |
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Hier ist ein weiteres Einzelzellengewitter, das eine Höhe von nahezu 12.000 Metern
erreichte, aber an diesem Tag gab es keine merkliche vertikale Windscherung. Vergleiche
die Höhe der Wolkenbasis mit der auf dem vorherigen Foto. Dieses Gewitter hatte eine
wesentlich höhere Basis, die auf etwa 1/5 der Gesamthöhe es Gewitters, 2400 m über
dem Boden, lag. Die Temperatur betrug an diesem Augusttag etwa 38°C und der Taupunkt lag bei
16°C. Das Gewitter mit tiefer Basis auf dem Bild davor trat bei 34°C Lufttemperatur
und einem Taupunkt von 23°C auf. Gewitter, die bei einem hohen Unterschied zwischen
Temperatur und Taupunkt
auftreten, haben ein relativ großes Potential für Microbursts. Das bedeutet aber nicht,
daß Mircrobursts nicht bei anderen Taupunkt-/Temperaturspannen auftreten. Diese Kombination von
Bedingungen in der bodennahen Luft und von Cbs mit hoher Basis sollte jedenfalls
ein Warnzeichen für Piloten und Luftfahrt-Meteorologen sein. Mehrere kurzlebige
Gewitter, die an diesem Tag in der Gegend von Fort Worth auftraten, erzeugten
Microbursts.
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Foto: Moller
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Die Sequenz links zeigt den Lebenszyklus eines nicht starken Einzelzellengewitters
in schwacher Windscherung. Die grauen Bereiche stehen für sich entwickelnde stärkere
Radarreflektiviät, die weißen für Wolken. Beachte das plötzliche Niedergehen
des Regens durch den Aufwindbereich, der dadurch zusammenbricht.
Die untere Sequenz zeigt die Radarentwicklung von einem schweren Impulsgewitter.
Beachte, daß sich das Radarecho beim Impulsgewitter in höheren Bereichen entwickelt
als bei dem nicht starken Einzelgewitter. Stärkere Radarechos am oberen Teil des
Impulsgewitters kommen herunter und bewirken einen kurzen Ausbruch von heftigen
Wettererscheinungen,
darunter möglicherweise Hagel, aber eher in der Art eines Downburstes. Dies passiert kurz
bevor das Gewitter verschwindet.
Sowohl nicht schwere als auch schwere Einzelzellengewitter treten typischerweise in
einer leichten Windscherung der sommerlichen Atmosphäre auf. Die Impulsgewitter
treten in einer etwas stabileren Umgebung auf. Ihr starker Aufwind erlaubt ihnen eine
etwas längere Lebenszeit.
Radarerkennung von schweren Gewitter, wie die Lemon Technique, die für
eine Gewitterumgebung mit vertikaler Windscherung entwickelt wurde, funktioniert nicht
besonders gut bei Impulsgewittern. Die Ausnahme dazu ist, daß der Radar-Operator
eine ungewöhnlich starke Reflektivität in der mittleren Region der Gewitterzelle
vor dem Zusammenbruch des Aufwindes erkennt.
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| Mehrfachzellen Cluster |
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Mehrfachzellen Cluster sehen auf den ersten Blick ähnlich aus wie ein Einzelzellengewitter,
besonders wenn man
berücksichtigt, daß oft die
Sichtbedinungen nicht besonders gut sind, die Gewitterwolke von anderen Wolken
teilweise verdeckt wird oder Bäume und Hügel die Sicht des Beobachters beeinträchtigen.
Dieses Bild ist in Richtung Norden aus einer Entfernung von etwa 16 km aufgenommen. Beachte
die drei unterschiedlichen Aufwindtürme an der linken (westlichen) Seite des Gewitters.
Der stärkste Niederschlag fällt meist unter der höchsten Wolkenerhebung. Die rechte
(östliche) Seite des Komplexes wird vom Ausfluß aus dem Amboß dominiert, der sich mit
dem Gewitter von links nach rechts bewegt.
Der Mehrfachzellen Cluster ist die häufigste Art von Gewittern.
Er besteht aus einer Gruppe von Zellen, die alle als eine Einheit wandern, wobei jede
Zelle eine unterschiedliche Entwicklungsphase eines Gewitters hat. Während der Cluster
weiterwandert, wird jede Zelle in dem Cluster einmal dominant. Neue Zellen entstehen
bevorzugt am Aufwindbereich (meist die westliche oder südwestliche Seite) des Clusters.
Reife Zellen kann man meist in der Mitte des Clusters finden, die gealterten Zellen im
Abwindbereich (meist östlich oder nordöstlich) des Clusters.
Obwohl jede Zelle im Mehrfachzellen Cluster nur etwa 20 Minuten besteht, kann der
Cluster selbst über mehrere Stunden erhalten bleiben. Mehrfachzellen Cluster sind
gewöhnlich stärker als Einzelzellen, aber wesentlich schwächer als Superzellen. Sie
können starken Regen, Downbursts, Hagel von mäßiger Größe und gelegentlich leichte
Tornados erzeugen. Extreme Wettererscheinungen tendieren dort aufzutreten, wo der
Aufwindbereich und der Abwindbereich nahe beieinander sind.
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Foto: Moller
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Dieser horizontale Querschnitt stellt den unteren Teil eines starken Mehrfachzellen
Gewitters oder einer schwächeren Superzelle dar, wobei die Böenlinie typischerwiese
weit herausgetrieben wurde und das Aufwindgebiet, bei dem eine Wallcould vorhanden sein
könnte, abschneidet.
Obwohl es sich durchaus um ein schweres Gewitter handeln kann, ist ein Tornado im
Aufwind/Wallcould Bereich unwahrscheinlich.
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Der Mehrfachzellen Cluster, als häufigster der vier grundlegenden Gewittertypen,
tritt zu jedem Zeitpunkt auf, als eine organisierte Abfolge von Zellen in verschiedensten
Stufen der Entwicklung und der Auflösung.
Wenn Mehrfachzellen Cluster in einer Umgebung mit sich von Süd nach West drehenden
Winden auftreten, die mit der Höhe zunehmen, entwickelt sich neuer Auftrieb
gewöhnlich im Bereich der Aufwindzone (meist südwestlich) des Komplexes, wobei
ältere Zellen im Abwindbereich ihr Ende finden. Der Bereich der Neuentwicklung heißt
Flanking Line, die sich am linken (südwestlichen) Teil des Komplexes befindet. Die
regenfreie Basis ist wegen den Doppeltürmen auf der rechten Seite des Fotos,
aus denen Niederschlag fällt, nicht sichtbar.
Vereisung entsteht durch die Transformation
von Wassertropfen zu Eiskristallen. Die visuellen Eigenschaften der Wolke ändern sich
dadurch von "felshart" zu einem eher weichen Aussehen. Die nordwestliche Neigung des
Komplexes weist auf die Gegenwart von vertikaler Windscherung hin.
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Foto: Doswell
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Ein weiteres Bild eines Mehrfachzellen Gewitters, diesmal in Blickrichtung Süd aufgenommen. Hier
gibt es eine noch stärkere Windscherung. Niederschlag beginnt aus dem Gipfelbereich auf
der linken (östlichen) Seite des Komplexes zu fallen. (Gewitter im westlichen Oklahoma, Juni
1980).
Photo
NSSL |
Wir schauen nach Nordosten aus einer Entfernung von 24 km auf die Achse der Flanking Line
in ein Mehrfachzellen Gewitter hinein. Beachte die unterschiedlich hohen Türme der verschiedenen
Zellen, die im Amboß eingebettet sind. Das weiche Aussehen der Gipfel und des Ambosses
weist auf einen geringen Aufwind hin, so daß extreme Wettererscheinungen
bei diesem Gewitter unwahrscheinlich sind.
Foto: NSSL |
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Diese südwestliche Ansicht von einem weiteren Multizellen Gewitter, aus einer Entfernung von
etwa 20 km aufgenommen, zeigt einen wesentlich kompakteren oberen Teil der Gewitterwolke
mit festen, cumuliartigen Strukturen im Amboß. Auch der sogenannte "back-scheared" Amboß,
ein Amboß, der die hintere Flanke des sich von rechts nach links bewegenden Gewitterclusters
überragt, weist auf einen starken Aufwind hin. Dieser Komplex erzeugte Hagel von 2.5 cm im
westlichen Texas im Jahr 1977.
Foto: Doswell |
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Das Radarbild zeigt oft die Mehrfachzellennatur eines Gewitters, wie es hier auf dem
Foto als zusammenhängendes Echo und drei orangen Kernen zu sehen ist. Manchmal
erscheint ein Multizellen Gewitter bei einem Radarscan des unteren Bereiches
so wie ein Einzelzellengewitter, aber es wird mehrere gut zu unterscheidende
Gipfel bei einem vertikalen Radarscan zeigen.
Die starke Annäherung von Aufwinden in einem Mehrfachzellen Cluster bewirkt einen
Wettkampf der Zellen um die warme, feuchte Luft am Boden. Daher erreichen die Aufwinde
nie extrem starke vertikale Geschwindigkeiten und jeder Aufwindschlot hat nur eine
geringe Lebenszeit im Vergleich zu einer Superzelle. Daher ist ein schweres Gewitter
von einer Multizelle gewöhnlich weniger intensiv als das einer Superzelle, aber kann
dennoch recht kräftig sein. Murmel- bis golfballgroße Hagelkörnern und 96-128 km/h
Windgeschwindigkeiten sind nicht ungewöhnlich.
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Diese Zeichnung zeigt einen Auschnitt aus dem Lebenszyklus eines Mehrfachzellen Gewitters.
Zum Zeitpunkt (time =0) als die Zelle 1 verschwindet, gelangt die Zelle 2 ins Reifestadium
und gewinnt die Überhand. Zelle 2 hat ihren stärksten Niederschlag etwa 10 Minuten danach,
als die Zelle 3 zu wachsen beginnt. Es bilden sich also ständig neue Zellen und alte verschwinden,
wobei sich der Prozeß viele Male wiederholen kann.
Deswegen sind schwere Mehrfachzellen Gewitter dadurch charakterisiert, daß sie kurze
Perioden von Hagel und/oder Donwbursts-Schäden verursachen, die kurz nach der Phase des
stärksten Aufwindes der jeweiligen Zelle auftreten können. Späteres Wiederaufleben des
Aufwindes kann weiteren Schaden verursachen, darunter vor allem ein punktförmiges
Schadensmuster.
Beachte, daß die Entwicklung von neuen Zellen eine Verlagerung des Gewitters von
rechts nach links im Diagramm herbeiführt. Dabei kann es passieren, daß die
Verlagerung des Gewitters durch Neubildung eine Bewegung des Gewitters durch die
Umgebungswinde nahezu aufhebt. Dadurch erreichen neue Zellen ihr Reifestadium
wiederholt über dem gleichen Ort.
Dies ist ein Lehrbuchfall von Regen, der Überschwemmungen verursacht. Darüber hinaus
können Überschwemmungen dadurch verursacht werden, daß mehrere Multizellen Komplexe
sich im etwas größeren Abständen über die gleiche Region bewegen. Ohne die
Vorzüge eines Radarbildes, wird es den Bewohnern der Gegend, in der wiederholt
kurzzeitige Niederschlagsausbrüche auftreten, so vorkommen, daß die selbe Gewitterzelle
ständig vor und zurück geht und immer wieder über ihnen ausregnet. Das ist eine
populäre aber irrtümliche Ansicht.
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Eine Nahansicht zum Zeitpunkt T=20 Minuten von dem letzten Bild zeigt, daß Zelle 3
immer noch den höchsten Gipfel hat, aber Niederschlag den Aufwind im unteren Bereich
unterbricht. Neue Echos auf dem Radar sind im oberen Teil der Zellen 4 und 5 in der
Flanking Line zu sehen, wobei aus den gealterten Zellen 1 und 2 auf der Nordostseite
des Gewitterclusters nur noch leichter
Regen fällt.
Das im Kästchen eingebettete Bild zeigt wie ein Radarbild aus den unteren Regionen
aussehen könnte. Hier erscheint das Gewitter einzellig, aber die verschiedenen Echos
aus dem oberen Bereich belehren uns eines besseren. Beachte, daß das größte Risiko
für extreme Wettererscheinungen zu dieser Zeit von dem starken Niederschlagsbereich
unterhalb der Zelle 3 (Hagel und Downbursts) bis zu der Vorderseite der Böenfront
(Downburst und in seltenen Fällen schwache Gustnados, das sind Tornados an der Böenfront)
reicht.
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Hier ein echtes Gewitter, das mit einem Radarbild überlegt wurde. Achte auf die
Ähnlichkeit mit dem vorherigen Bild. Dieses Texas Penhandle Gewitter war nicht
stark. Wir schauen nach Nord-Nordost aus einer Entfernung von 32 km zu diesem Gewitter.
Beachte, daß die Nummerierung der Aufwindzonen hier genau umgekehrt vorgenommen wurde.
Foto: Moller |
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So sieht ein sich annähernder Multizellen Cluster aus, gute Sichtbedingungen
vorausgesetzt. Die Shelfcloud, sie sieht bei diesem Gewitter aus wie ein Schnurrbart,
ist die Vorderseite der aus dem Gewitter ausfließenden Winde. Achte auf die regenfreie
Aufwindzone, die vor und über der Shelfcloud beginnt. (Nahe Monahans, TX, 1977).
Foto: Moller |
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Foto: Moller
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Von der Rückseite betrachten wir den selben Gewittercluster, wie er sich nach Osten
wegbewegt. Achte auf die südwestliche Neigung der Wolken in der kurzen Flanking Line
und die niederschlagsfreie Zone im Osten. Die obere Strömung verlief von Nordwest
nach Südost ( nicht von Südwest nach Nordost), was die Neigung der Gewittertürme
versacht.
Es ist merkwürdig, daß dieses Gewitter einen Auftrieb an der Vorderseite (östlich)
zeigt, als es sich angenähert hat und auf der Rückseite als es sich entfernt hat. Das
Gewitter muß mehrzellig gewesen sein, obwohl dies nicht so deutlich wird wie bei
den anderen
Multizellen Gewittern, die wir gesehen haben. Die Natur erlaubt uns nicht immer alles
klar zu bezeichnen und zu katalogisieren.
Bezüglich Gewittern in einer nordwestlichen oberen Strömung wurde beobachtet, daß
der Aufwindbereich sich oft zur südöstlichen Flanke neigt, wenn durch Regen gekühlte
Luft, warme südliche Winde von einem kontinuierlichen Nachschub zur Nordwestflanke
abhält. Bei diesem Gewitter ist es möglich, daß die vordere (südöstliche) Aufwindzone
verstärkt
wurde, als starker Niederschlag begann, der die nordwestliche Aufwindzone nicht länger
mit neuer Luft versorgt hat.
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Die extremen Wettererscheinungen können bei Mehrfachzellengewittern von jeder Art sein,
und generell sind diese Gewitter stärker als Einzelzellengewitter, allerdings
deutlich schwächer als Superzellengewitter. Organisierte Mehrfachzellengewitter haben
darunter das höchste Unwetterpotential, dennoch können auch unorganisierte Mehrfachzellen, die
einfach nur Zusammenballungen von Einzelzellen sind, Unwetter in der Art der
Impulsgewitter erzeugen.
Tatsächlich ist die Unterscheidung zwischen Mehrfachzellengewitter und Einzelzellengewittern
nicht annähernd so wichtig, wie die Unterscheidung zwischen Mehrfachzellen und Superzellen.
Mehrfachzellen können signifikante Überschwemmungen erzeugen. In der Tat werden die meisten
Überschwemmungen hochstwahrscheinlich von Mehrfachzellen-Komplexen erzeugt. Wie bei allen
Gewittern, ist die Gefährdung der Luftfahrt recht hoch.
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