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| Squallines |
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Foto: Doswell
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Mehrfachzellengewitter, die in einer Linie auftreten, werden Squallines genannt. Die Squalline
besteht aus einer langen Linie von Gewittern mit einer durchgehenden, gut ausgebildeten
Böenlinie an der Vorderseite. Die Aneinanderreihung von Gewittern kann geschlossen
sein, es können aber auch kleine Lücken und Unterbrechungen in der Linie auftreten. Mit
der vorrückenden Böenlinie wird warme labile Luft von dem kühlen Ausstrom nach oben in
den Aufwindbereich gehoben. Die stärkste Aufwindzone ist meist an der Vorderseite des
Gewitters, wobei es den heftigsten Regen und Hagel kurz hinter der Aufwindzone gibt.
Schwächerer Regen, der von älteren Zellen hervorgerufen wird, geht meist über eine breite Zone hinter
der aktiven Vorderseite der Squalline nieder.
Squallines können Hagel bis zu Golfballgröße, starken Regen und schwächere Tornados erzeugen,
aber sie sind am ehesten dafür bekannt, daß sie häufig Downbursts hervorrufen. Es kann
vorkommen, daß ein sehr starker Downburst einen Teil der Squalline nach vorne aus der
geraden Linie herausbeschleunigt. Dies erzeugt ein sogenanntes Bow-Echo auf dem Radar.
Bow-Echos können sich sowohl aus Einzelzellen als auch aus Squallines herausentwickeln.
Bow-Echos können auf dem Radar leicht erkannt werden, aber sind schwer oder unmöglich von
einem Beobachter visuell zu erkennen.
Eine sich annähernde Squalline erscheint oft wie ein dunkles Wolkenband am westlichen
Horizont. Die große Anzahl von nahe beieinanderliegenden Paaren aus Aufwind und Abwind
qualifiziert die Squalline als Mehrfachzellengewitter, obwohl die Squalline eine
recht unterschiedliche Struktur im Vergleich zu Mehrfachzellen-Clustern hat.
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Eine Squalline kann man auch als Mehrfachzellen-Liniengewitter bezeichnen, was zum
Ausduck bringt, daß sie im Spektrum der Gewitter zu den Mehrfachzellengewittern gehört.
Aber dieser Ausdruck ist unüblich, weshalb wir sie besser einfach Squalline nennen.
Das Gewitter auf dem Foto hat sich von einer Superzelle zu einer kurzen Linie von
Gewittern entwickelt. Wir schauen in Richtung West aus einer Entfernung von
etwa 8km auf das sich annähernde Gewitter. Schäden durch Windböen und große Mengen
von Hagel traten zu diesem Zeitpunkt in der Squalline auf.
Foto: Moller |
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Die Squalline ist eine geschlossene oder unterbrochene Linie von Gewittern mit einer
durchgehenden, gut ausgebildeten Böenfront an der Vorderseite. Dadurch treten Auftrieb
und Abtrieb an der Abwindseite (Osten) auf, an der die Squalline sich in die feuchte,
labile Luft hineinbewegt, welche dann in die Sqalline hineinströmt. Die Böenfront
schaufelt warme feuchte Luft in den Aufwindbereich, und der Regen bringt kühle, trockene
Luft aus der mittleren Schicht zum Boden. Dieser Prozeß ist recht
effizient. Daher sind Squallines häufig anzutreffen, besonders dann, wenn sie in einer
vertikale Windschwerung eingebettet sind, bei der die Winde in der mittleren Region stark sind.
Die extreme Wettererscheinung, die bei Squallines am häufigsten anzutretten ist, ist der
Downburst, mit zerstörerischen Winden, die vom Zeitpunkt des Durchgangs der Böenlinie bis
zum Einsetzen des heftigen Niederschlages auftreten können. Hagel kann zusammen mit dem
Regen niedergehen, wobei der heftigste und größte Hagel an der Aufwindzone und nahe
der Vorderseite der Squalline auftritt. Ältere Zellen auf der Rückseite der Squalline
führen meist zu leichtem Regen, bevor der Regen dann ganz zum Stillstand kommt.
Intensive Gewitter, in seltenen Fällen auch Superzellen, können in eine Squalline
eingebettet sein. Die am ehesten wahrscheinlichen Positionen dieser kräftigeren Gewitter sind
an der östlichen Kurve, an dem südlichen Ende oder nördlich einer Lücke in der Linie.
Beachte, daß alle diese Positioen dem Gewitter erlauben, im Konkurrenzkampf mit den
Nachbarzellen, die Oberhand über die tiefe einfließende Luft zu gewinnen.
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Dieses Infrarotsatellitenbild von einer sich nach Osten bewegenden Sqalline, die von
Ohio River Valley bis südwestlich nach Louisiana reicht, zeigt die extreme Länge, die
eine Squalline erreichen kann. Die nicht so hohen, wärmeren Ambosse am nördlichen
Ende von der Linie und die kühleren, höheren Wolkentürme am südlichem Ende,
zeigen eine Tendenz von älteren, sich abschwächenden Gewitterzellen an der Nordseite
der Linie und neuere, stärkere Zellen am südlichen Ende.
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Dieses Satellitenbild zeigt einen riesigen Amboß, der von einem Gewittercluster hochsteigt.
Dieser Cluster wird "mesocale convective system" oder "MCS" genannt. Der gesamte
MCS kann nicht vom Boden aus überschaut werden und in manchen Fällen auch nicht von
einem einzelnen Radar, daher brauchen wir die Satellitenansicht. Er besteht aus einer Gruppe
von Mehrfachzellengewittern, oft von einer kräftigen Squalline an der Abwindseite (Osten)
dominiert, und einer Anzahl von kleineren Mehrfachzellen Clustern in der Umgebung.
Ein MCS erzeugt oft extreme Wettererscheinungen und staken Regen in der Squalline und
zusätzliche heftige Regenfälle in der Umgebung des Gewitters. Eine Vielzahl von
Überschwemmungen gehen auf solche MCS Gewitter zurück, was diesen Gewitterkomplex
zu einer bedeutenden Art der Mehrfachzellengewitter macht, den es zu erkennen gilt.
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Wir befinden uns unterhalb der Shelfcloud und schauen in Richtung Norden.
Beachte die Veränderung des Aussehens von der zerfransten Wolke im Abwindbereich zu den
glätteren Teilen oberhalb der Linie. Der Abwind hat zu dieser Zeit angefangen und
Hagel und starker Regen kamen innerhalb von Minuten an den Standort heran.
Foto: Moller |
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Diese starke Böenlinie wurden von Winden mit 65-80 km/h und einer Shelfcloud mit
einem starken Abhang und starker Aushöhlung im unteren Teil begleitet. Nahe
des helleren Gebietes am südwestlichen Horizont hat zu diesem Zeitpunkt ein
Downburst Schaden verursacht, wie von Amateur-Spottern südwestlich von Fort Worth
berichtet wurde. Die Squalline bewegte sich nach Osten (rechts nach links).
Foto: Moller |
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Diese Squalline wurde während des Sonnenuntergangs in Blickrichtung Südost aufgenommen,
während sie ihre Bewegung nach Osten fortsetzte. Die höchsten Gipfel nahe des südlichen
Endes der Line zeigen die Tendenz, daß sich neue, starke Konvektion zu dieser
Zeit südwärts, in Richtung des starken Aufwindes, bildet.
.Foto: Doswell |
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Squallines und Mehrfachzellen Gewitter entwickeln manchmal ein Bow-Echo auf dem
Radar. Wenn sich die Bogenform zu den starken Winden der mittleren Schicht öffnet,
(in etwa 3000 bis 6000 m Höhe mit Windgeschwindigkeiten von 40 Knoten oder größer),
gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß die starken Winde in den mittleren Höhen
zum Boden umgelenkt werden, so daß ein Downburst entsteht, der einen Bereich der
Squalline oder des Mehrfachzellen-Clusters nach vorne zwingt. Macrobursts und
Microbursts sind hierbei nicht ungewöhnlich und es wurden in Extremfällen schon
Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 km/h registriert.
Zyklonische Rotation kann durch horizontale Windscherung im nördlichen Teil des
Bogens verursacht werden, was zu einem rotierenden "Komma-Kopf"-Gewitter führt.
Schwache und manchmal auch starke Tornados können im Kopf des Kommas auftreten,
während Gustnados in der stark bogenförmigen Böenfront entstehen können.
Das Bow-Echo schwächt sich mit dem durch den Downburst herausbeschleunigten Abwinden
des Gewitterkomplexes ab und die Rotation im Kopf des Kommas endet. Radar-Operator
sollten darauf acht geben, daß der rotierende Kopf des Kommas in manchen Fällen nur
eine sehr geringe Reflektivität auf dem Radar zeigt, während schadensreiche
Winde oder Tornados auftreten.
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Kleinräumigere Bow-Echos könnena auch visuell erkannt wrden. Dieser südwestliche
Blick zeigt die Unterseite von einer Shelfcloud, die sich von rechts nach links (östwärts)
bewegt, wobei sich der südliche Ausläufer im Hintergrund des Komplexes stark ostwärts krümmt.
Schäden durch Windböen und ein Bow-Echo traten zu diesem Zeitpunkt auf.
Wir müssen unterstreichen, daß es nicht die Aufgabe der Spotter ist, ein Bow-Echo zu
erkennen und zu melden, aber Spotter sollten wissen, wobei es sich darum handelt und
welche extremen Wettererscheinungen im Fall eines Bow-Echos auftreten können, wenn sie der
Wetterdienst bittet, einen Bow-Echo Komplex zu überprüfen.
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Foto: Moller
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Squallines erzeugen hauptsächlich extreme Wettererscheinungen in der Nähe des Aufwind/Abwind
Bereiches an der Vorderseite des Gewitters. Downbursts sind dabei die größte Gefahr. Auch
Hagel so groß wie Golfbälle und Gustnados können vorkommen.
Überschwemmungen treten manchmal dann auf, wenn die Squalline ihre Geschwindigkeit
verlangsamt, oder dadurch stationär wird, daß sich Gewitterzellen parallel zu der Linie
bewegen und wiederholt das gleiche Gebiet überqueren.
Squallines haben in der Vergangenheit immer wieder ihre Gefährlichkeit bestätigt, was
die Ausgabe von Warnungen gerechtfertigt. Piloten sollten wie bei allen
Gewittern extrem vorsichtig sein, aber ganz besonders in der Nähe der
Abwind-/Aufwindzone einer Squalline.
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| Superzellen |
Foto: Moller
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Die letzte der vier Gewitterarten, die wir behandeln wollen, ist die Superzelle. Eine
Superzelle ist ein hoch organisiertes Gewitter. Obwohl Superzellen selten sind,
verursachen sie einen ungewöhnlich hohen Anteil an Gewitterschäden. So wie
die Einzelzelle, besteht die Superzelle nur aus einem hauptsächlichen Aufwindbereich.
Allerdings ist der Aufwind in einer Superzelle extrem hoch und erreicht Windgeschwindigkeiten
von 240-280 km/h. Die Eigenschaft, die die Superzelle von allen anderen Gewittern
unterscheidet, ist Rotation. Die rotierende aufströmende Luft in einer Superzelle
wird Mesozyklon genannt und unterstützt die Superzelle dabei, extreme
Wettererscheinungen wie riesigen Hagel (>5cm), starke Downbursts von über 130 km/h
sowie starke, gewalttätige Tornados zu erzeugen. Wir rufen in Erinnerung, daß die
Superzelle in einer Umgebung entsteht, die sehr labil ist, starke Winde in der
unteren und mittleren Atmosphäre aufweist und bei der der Wind mit der Höhe
seine Richtung ändert. Diese Umgebung trägt zur Organisation der Superzelle bei. Wenn
Niederschlag im Aufwindbereich produziert wird, wird er von den starken Winden im oberen
Bereich buchstäblich in den Abwindbereich hineingeblasen. Relativ wenig Niederschlag fällt
daher zurück durch den Aufwindbereich, so daß das Gewitter eine lange Zeit überleben kann, ohne
daß seine Stärke nachläßt.
In der Tat ist der Hauptunterschied zwischen einer Superzelle und Mehrfachzellengewittern
nicht die Anzahl der Zellen, sondern das Zusammenspiel von Aufwind mit der Rotation in
der Superzelle, was bei Mehrfachfachzellen nicht vorhanden ist. Wie wir noch sehen werden, können
gewisse Umstände Superzellen davon abhalten, einen Tornado zu erzeugen, selbst dann, wenn
sich ein Mesozyklon ausgebildet hat.
Obwohl die Superzelle die seltenste Gewitterart ist, ist sie wegen der
extremen Wettererscheinungen, die die intensiven Aufwinde und Abwinde hervorrufen,
doch die gefährlichste.
Dieses Gewitter hat Hagel in Baseball-Größe östlich von Carnergie, Oklahoma, erzeugt und
wurde in Richtung Osten aus einer Entfernung von 48km aufgenommen. Von rechts nach
links (Süden nach Norden) sehen wir die Flanking-Line, den Hauptkörper des CB und den
Abwindbereich des Amboßes über dem Niederschlagsgebiet.
Die Flanking-Line einer Superzelle verhält sich anders als die eines Mehrfachzellen Clustergewitters.
Bei der Superzelle strömen die Aufwindbestandteile der Flanking-Line gewöhnlich im rotierenden
Haupt-Einströmungsbereich zusammen und explodieren dann geradezu senkrecht nach oben, anstatt
daß sich der Aufwind auf viele kleinere Einzelzellen verteilt, wie es bei dem Cluster der Fall ist. Im Ergebnis
füttert der Aufwind in der Flanking-Line den Aufwind der Superzelle, anstatt daß neue Zellen in
der Flanking-Line mit der Hauptzelle in Konkurrenz treten.
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Dies ist ein horizontaler Schnitt durch die unteren Teile einer klassischen Superzelle.
Das Gewitter wird durch ein großes Niederschlagsgebiet auf dem Radar charakterisiert und
einem angehängten hakenförmigen Echo, daß sich zyklonisch um den Aufwindbereich einwickelt.
Beachte die Position des Aufwindbereiches und der Böenfront. Der extreme Aufwind
verhindert, daß Niederschlag wie Regen oder Hagel durch den Aufwindschlot zurückfällt.
Der Niederschlag wird statt dessen von starken Winden im oberen Berich in die Abwindzone
hineingeweht.
Eine Rotation der einströmenden Luft führt zur einer Ausbuchtung in der Böenfront, wodurch das
Gewitter ständigen Nachschub an Feuchtigkeit durch warme Luft vom Boden erhält.
Eine Rotation des Aufwindbereichs tritt auf, wenn der Wind in den verschiedenen
Höhen der Atmosphäre stark ist und sich die Windrichtung im unteren Bereich mit der
Höhe deutlich ändert. Wenn Luft aus Süden sich den unteren 1500m des Gewitters nähert,
bewirkt die Änderung der Windrichtung in den unteren 1500 m eine Rotation der Luft
um eine horizontale Achse.
Wenn diese Luft in den Aufwindbereich hineingehoben wird, richtet sich die zunächst
horizontale Drehachse zu einer vertikalen Drahachse auf. Um zu veranschaulichen, daß
die Rotation durch Winde aus unterschiedlichen Richtungen verursacht wird, stellen Sie sich
einen Zylinder vor, den Sie mit Ihrer Handfläche über eine Tischplatte rollen.
Die Bewegung ihrer Hand stellt die starken Winde in der mittleren Höhe dar, wodurch
Rotation erzeugt wird, weil die Winde in Bodennähe wesentlich schwächer sind. Dieses
einfache Bild wird dadurch kompliziert, daß die Winde mit der Höhe ihre Richtung ändern,
aber das Grundprinzip bleibt gleich. Richtet sich dieser horizontale Wirbelwind im Einströmungsbereich
des Gewitters vertikal auf, entsteht eine zyklonische Rotation.
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Die westliche Ansicht auf eine klassische Superzelle läßt den Blick auf die
Wallcloud fallen, die sich unter dem starken Aufwindbereich befindet. Außerdem
ist der Inflow-Tail zu sehen, der sich auf der dem Regen zugewandten Seite der
Wallcloud befindet. Wallclouds tendieren dazu, sich unter dem Nordteil der
regenfreien Basis einer Superzelle zu bilden, obwohl auch andere Fälle vorkommen.
Beachte das nahezu senkrechte, gewölbte Aussehen der Wolkenbegrenzung auf der
unteren Nordseite des CB, die neben dem Niederschlagsgebiet liegt. Die scharfe
Trennungslinie von Aufwind und Abwind führt zu diesem Aussehen.
Beachte auch, daß der Amboß die südwestliche Seite des CB überragt
und den Overshooting-Top, beides visuelle Anzeichen für einen starken
Aufwind. Der größte Hagel fällt neben und manchmal durch den Aufwindbereich.
Daher sind Schäden durch Hagel in der Nähe der Tornadozone am wahrscheinlichsten.
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Eine Nahansicht nach Westen auf den Aufwindbereich einer Superzelle und der wasserfallartigen
Niederschlagszone (Abwind) daneben ähnelt auffallend dem Model, das wir bereits gesehen haben.
Wallclouds haben häufig einen Abhang, der zu der Niederschlagszone gerichtet ist. Wenn
Sie ein mobiler Storm-Spotter sind und so etwas erblicken, dann sollten Sie mit ihrem Auto umdrehen
und aus dem Gewitter nach Osten herausfahren, oder besser noch in Richtung Südosten.
Es ist zu nahe an der Zone, aus der großer Hagel fallen kann. Eine Weiterfahrt nach Norden oder ein
längeres Abwarten an dieser Stelle, kann Hagelschäden verursachen und Sie in die Gefahr von noch
schimmeren Ereignissen bringen! Foto:
NSSL
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In dieser seltenen Aufnahme ist sowohl der Mutter CB als auch der Tornado
zu sehen. Beobachtungen mit Doppler-Radar zeigen, daß sich die meisten
Tornados zunächst in einer mittleren Höhe formieren (etwa auf halbem Weg zum
Wolkengipfel ), wo der Aufstrom und die Zirkulation des Tiefs
am stärksten sind.
Stärkere Rotation dehnt sich dann nach unten hin aus, begleitet von einer Verstärkung
der Tornado-Zirkulation in Richtung Boden. Während dieses passiert, entwickelt
sich ein zusätzlicher aber sehr starker Abwind nahe der Hinterseite der Wolke. Dieser
Rear-Flank-Downdraft (RFD) strebt mit der Funnel-Cloud zum Boden, begleitet sowohl von einem
rapiden Absinken des Luftdruckes, als auch der Wolkenbasis.
Der Einschnitt im linken Teil des CB auf dem Foto scheint die Gegenwart eines
RFD zu bestätigen, wobei eine klare Trennung zwischen der festen Oberfläche der
Aufwindwolke und dem zotteligen Aussehen der in dem RFD gefangenen zerteilten
Wolkenteile ausgemacht werden kann. Der Tornado befindet sich an der
Schnittstelle von dem rotierenden Aufwind und dem RFD.
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Foto: NWS
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Foto: Doswell
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Hier schauen wir aus einer Entfernung von 60 km auf eine Linie von sich auftürmenden Cumuluswolken
und eine größe Superzelle im Hintergrund. Beachte den stark überhängenden Amboß und den hohen
Overshooting-Top an der Spitze der Aufwärtsströmung.
Entfernte Superzellen haben oft diesen kuppelartigen, auseinanderfließenden Amboß, bei denen sich
die extrem hohe Geschwindigkeit der Abwärts- und Aufwärtsströmung aus der Divergenz in den
oberen Luftschichten ergibt. Obwohl der optische Eindruck stark darauf hinweist, können wir so
nicht sicher sein, ob es sich wirklich um eine Superzelle handelt.
Es ist notwendig, daß sich Mensch und Maschine (z.B. Spotter und Radar) einander ergänzen, um
extreme Wettererscheinungen aufzuspüren. Dieses Gewitter im Osten Oklahomas erzeugte Hagel, aber es sind keine
Tornados bekannt geworden.
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Diese Superzelle, aufgenommen in Richtung Südosten aus einer Entfernung von 60 km, weist
einen cumuliarten Overshooting-Top und einen überhängenden Amboß auf. Beachte, daß die
Superzelle stärker vertikal ausgerichtet ist als die benachbarten turmartigen Cumuli, die einen
wesentlich geringeren Aufwind haben. Das ist ein wertvoller Anhaltspunkt, um die Stärke des
Aufwindes an einem Tag mit starker vertikaler Windscherung einzuschätzen. Dieses
Gewitter erzeugte Hagel von der Größe eines Baseballs, aber es sind auf der Zugbahn
des Gewitters von Südost-Oklahoma bis Südwest-Arkansas keine Tornados bekannt geworden.
Foto: Bluestein |
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Foto: Doswell
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Bei diesem Blick auf eine 60km entfernte sehr intensive Superzelle in Richtung Nordosten
gibt es Warnsignale für eine Rotation der einströmenden Luft. Die kreisförmigen Wolkenbänder
in der mittleren Höhe und der glatte, zylindrische CB weisen stark auf eine Rotation der
einströmenden Luft hin. Über dem Wolkenband auf mittlerer Höhe ist ein sehr kompakter
Körper des CB zu sehen, der sich in den Amboß erhebt. Beachte die glatte, laminare Flanking-Line
ganz links. Eine kräftige "deckelnde" Temperaturinversion in den unteren Luftschichten trug
wahrscheinlich für das laminare Erscheinungsbild der Flanke bei.
Wolkenteile bewegten sich entlang der Flanke in den CB hinein, mit
sehr schneller vertikaler Entwicklung am Eintrittspunkt. Bei genauer
Betrachtung des Fotos zeigt sich eine Wallcloud unter der linken
Unterseite des CB, mit einem relativ hellen "Clear-Slot" oberhalb der Wallcloud. Innerhalb
von 20 Minuten hat das Gewitter zwei signifikante Tornados nahe Alfalfa, Oklahoma,
erzeugt.
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Diese Superzelle hat gleich sechs Tornados erzeugt. Während der Zeit der
Aufnahme trat der letzte der sechs Tornados auf. Von dieser Position aus,
etwa 30km nördlich des Gewitters, nahe Itasca, Texas, sehen wir nur einen kleinen
Teil der regenfreien Basis unterhalb der Aufwindzone, aber keinen Tornado.
Offensichtlich muß ein Spotter die richtige Position zum Gewitter haben, um
Tornados zu sehen.
Foto: Moller |
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Foto: Moller
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Dieses Bild verdeutlicht das Problem, das häufig auftritt, wenn man ein Gewitter
in nördlicher Richtung beobachtet: Fehlender Kontrast. Das dunkle
Niederschlagsgebiet verschleiert allzuoft Wallclouds, Tornados usw.
Dennoch, wichtige Indikatoren zur Natur dieses speziellen Gewitters sind
sichtbar, darunter die ringförmigen Wolkenbänder im mittleren Bereich, die
wir schon bei dem anderen Gewitter beobachtet hatten. Diese Bänder weisen
auf Rotation hin, und das Gewitter hat wenigstens einen Tornado hervorgerufen.
Beachte auch die flache, in die Länge gezogene Wolke auf der rechten Seite des
Bildes. Hierbei handelt es sich um eine andere Art von Tail-Cloud, die das
Erscheinungsbild eines "Beaver`s Tail (Biberschwanz)" zeigt. Die von Osten
nach Westen ausgerichtete Wolke kann häufig in der Nähe einer stationären Böenfront
oder "Pseudo-Warmfront" gesehen werden, die sich nordöstlich des rotierenden
Einstrombereiches befindet. Der "Beaver's Tail" befindet sich meist an der
regenfreien Seite und in etwas größerer Höhe als die mit der Wallcloud verbundene
Tail-Cloud. Erfahrene Stormchaser betrachten dieses Erscheinungsbild als ein
starkes Anzeichen für eine Superzelle und die Formierung von einem Tornado,
obgleich nicht jede Superzelle, die einen Tornado erzeugt, ein solches Erscheinungsbild
aufweist.
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Superzellen zeigen ein unterschiedliches Aussehen, sowohl
auf dem Radar, als auch bei der visuellen Beobachtung. Manche erzeugen sehr
viel Regen, andere sind dagegen niederschlagsärmer. Dies ist ein Blick nach Westen im Abendlicht
auf eine sich annähernde "nasse" Superzelle.
Foto: Moller |
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Hier ein horizontaler Schnitt durch den unteren Bereich einer "nassen" oder Heavy-Precipitation (HP)
Superzelle. Grundsätzlich hat die HP Superzelle einen breiten Haken oder Anhängsel, der meist auch
eine sehr starke Radarreflektivität zeigt. Es kommt vor, daß eine HP Superzelle eine noch stärkeres
Niederschlagsgebiet an der südwesttlichen Flanke hat, wodurch das Radarecho die Form
eines "C" annimmt. Die Einbuchtung an der Stelle der einströmenden, rotierenden Luft zeigt nach Osten,
bei nahezu gleich starken Niederschlagsgebieten nordwestlich und südwestlich des Mesozyklons. In
jedem Fall befindet sich die aufwärtsrotierende Luft an der vorderen Flanke des Gewitters, mit starken Niederschlägen
an den westlichen und südwestlichen Flanken des Mesozyklons. Beachte die Bänder der einströmenden
Luft an der Vorderseite der Pseudo-Warmfront östlich der Aufstiegszone.
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Der Blick in Richtung Westen auf ein Modell einer HP Superzelle zeigt
die Position des Wolkenbandes, das in das Gewitter einfließt (Inflow-Band) und sehr ähnlich dem
zuvor erwähnten "Beaver`s Tail" der klassischen Superzelle ist. In der Tat hat eine HP Superzelle
ein ähnliches Aussehen wie die klassische Superzelle, ausgenommen des undurchsichtigen
Niederschlagsvorhanges, der sich um die westliche und südwestliche Flanke der Wallcloud und/oder
der Aufwindzone wickelt. Manchmal ist der Niederschlag ein massiver, geschlossener Vorhang, in anderen
Fällen zeigt sich eine deutliche Lücke, so wie hier, zwischen dem Niederschlag, der aus dem Gebiet des
Amboßes fällt, und dem Niederschlag, der aus der südwestlichen Flanke herunter kommt. Der
Niederschlag an der südwestlichen Flanke sieht oft dunkel und blau-grün aus, was auf ungewöhnlich
heftigen Regen und Hagel hinweist.
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Photo by Nieman
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Hier der Blick in Richtung Westen auf eine HP Superzelle, die sich im äußersten
nordöstlichen Colorado befand. Zyklonisch drehende Inflow-Bands, die die Aufwindzone
füttern, sind im unteren Teil des Fotos zu sehen. Das Gewitter hatte eine sehr gut
entwickelte Wallcloud, um die sich Niederschlag im Norden, Westen und im Südwesten
der herunterkommenden Wolkenbasis wickelt. Beachte die Böenfront und die Shelfcloud,
die sich südlich von der Wallcloud ausdehnt. Spotter haben es nicht leicht mit einer
HP-Superzelle, da der Kontrast zwischen der Wallcloud und dem Niederschlag dahinter
sehr gering sein kann. Die klarsten sichtbaren Anzeichen, um diese Art von Gewitter zu
identifizieren, sind meist die gekrümmten Inflow-Bands und Wolkenbänder in mittlerer Höhe,
die sich um den Aufwindbereich wickeln, was beides auf eine Rotation des Gewitters hinweist.
Dieses dramatisch aussehende Gewitter erzeugte Hagel, aber es sind keine Tornados bekannt geworden.
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Bei HP-Superzellen wurde oft eine Weiterentwicklung oder Verstärkung beobachtet, wenn sie sich parallel
oder entlang der stationären Grenze einer Ausströmzone eines vorangegangenen Gewitters bewegen. Dies
ist ein Blick nach Norden auf die Grenze einer Ausströmzone. Mehrere große Gewitter, die sich vom Beobachter
wegbewegen, befinden sich in der
Ferne und auf der ganz rechten Seite des Bildes. Beachte die langgezogene Shelfcloud, die hinter den
Gewittern entlang der Grenze zurückgelassen wurde.
Foto:
Doswell |
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Zusammengefasst sind Superzellen zwar extrem gefährlich, aber sehr gute Warnmöglichkeiten
sind vorhanden, wenn das Gewitter erst einmal richtig identifiziert wurde. Am wichtigsten ist
die Unterscheidung zwischen Superzellen und Mehrfachzellengewittern. Diese Unterscheidung
ist eindeutig wichtiger
als die Unterscheidung zwischen Mehrfachzellen und Einzelzellen. Wie schon erwähnt, wurde
vorgeschlagen, daß Gewitter nur nach Superzellen und gewöhnlichen Gewittern unterteilt
werden sollten.
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