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| Bestandteile eines Gewitters | ||||||
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| Auf den ersten Blick erscheint es nicht leicht, ein schweres Gewitter von einem gewöhnlichen Gewitter zu unterscheiden. Dennoch gibt es einige visuelle Anhaltspunkte, die dafür benutzt werden können, um eine Vorstellung von der Stärke, der Organisation und der Entwicklungsumgebung eines Gewitters zu bekommen. Viele dieser visuellen Anhaltspunkte stehen miteinander in Beziehung, aber um es besser zu erläutern, wollen wir sie in bodennahe, mittelhohe und obere Kennzeichen eines Gewitters einteilen. | ||||||
| Aufwind und Abwind | ||||||
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| Eigenschaften im oberen Bereich | ||||||
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Die meisten Kennzeichen am oberen Bereich des Gewitters stehen im Zusammenhang mit dem Amboß. Wir rufen in Erinnerung, daß der Amboß die flache Wolkenformation an der Oberseite des Gewitters ist. Luft und Wolkenteile, die im Aufwind aufsteigen, erreichen einen Punkt, wo sich der Aufstieg verlangsamt. Diese Schicht wird Sperrschicht genannt. Die aufsteigenden Luftmassen und Wolkenteile werden sehr schnell gestoppt, wenn sie die Sperrschicht erreichen und breiten sich unter ihr zu den Seiten hin aus, wodurch der Amboß geformt wird. Wenn das Gewitter, das Sie beobachten, einen kräftigen Aufwind hat, wird ein kleiner Teil der aufsteigenden Luft die Sperrschicht durchbrechen und höher als der umgebende Amboß steigen. Diese Blase wird als overshooting top bezeichnet. Die meisten Gewitter haben einen kleinen, kurzlebigen overshooting top. Wenn Sie ein Gewitter beobachten, das einen großen, kuppelartigen overshooting top hat, der für eine längere Zeit (mehr als 10 Minuten) existiert, besteht die Möglichkeit, daß der Aufwind des Gewitter stark genug ist, um gefährliche Wettererscheinungen zu erzeugen. Der Amboß selbst gibt einen Hinweis auf die Stärke des Gewitters und seiner Dauer. Wenn der Amboß dick ist, eine glatte Oberfläche aufweist und cumuliartig ( blasenartig, wie der Aufwind-Turm) ist, dann hat das Gewitter höchstwahrscheinlich einen starken Aufwind und ist ein Kandidat für ein schweres Gewitter. Wenn der Amboß fransig und cirrusartig ist, dann ist der Aufwind wahrscheinlich nicht so stark und die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Wettererscheinungen ist gering. Wenn der Amboß sehr groß ist und von dem eigentlichen Gewitterturm in eine bestimmte Richtung wegstrebt, dann deutet dies auf starke Winde in der oberen Schicht hin. Das Gewitter wird gut belüftet, so daß der Niederschlag aus dem Aufwindbereich herausgeblasen wird, anstatt durch den Aufwind hindurchzufallen und ihn damit abzuschwächen. |
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| Kennzeichen in mittlerer Höhe | ||||||
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| Die meisten Kennzeichen in mittlerer Höhe stehen im Zusammenhang mit dem eigentlichen Aufwind-Turm des Gewitters. Wenn die Wolken am Turm klar begrenzt sind und ein blumenkohlartiges Aussehen haben, dann ist es ein Zeichen für starken Aufwind, der gefährliche Wettererscheinungen erzeugen kann. | ||||||
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| Haben die Wolken ein fransiges, weiches Aussehen, dann ist der Aufwind wahrscheinlich nicht so stark. | ||||||
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| Gewitter mit einer guten Organisation haben typischerweise eine Aneinanderreihung von kleineren Wolkentürmen südlich oder südwestlich von dem eigentlichen Gewitterturm. Diese kleineren Türme werden flanking line genannt und haben meist ein treppenstufenartiges Aussehen, wobei die Türme in Richtung des eigentlichen Gewitterturms größer werden. | ||||||
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Einige Superzellen zeigen bei Entwicklung des Mesozyklons Anzeichen von Rotation am Gewitterturm. Sie können unter Umständen Streifenbildung an den Seiten des Turmes sehen. Diese Streifen sind Streifen von Wolkenmaterial, die dem Gewitterturm ein korkenzieherartiges oder lockenwicklerartiges Aussehen geben und ein klarer Hinweis auf Rotation. Manchmal ist auch ein Wolkenband in mittlerer Höhe sichtbar. Dabei handelt es sich um einen Ring aus Wolkenmaterial, der den Gewitterturm umgibt, wie der Ring um einen Planeten. Dies ist ebenfalls ein Anzeichen von möglicher Rotation innerhalb des Gewitters. Wenn das Gewitter in Größe und Stärke anwächst, beginnt es seine Umgebung zu beeinflussen. Wenn Cumulus-Wolken im Abstand von 8-25km zum Gewitter verschwinden, dann ist das ein Zeichen dafür, daß das Gewitter die Regie in der Region übernommen hat. Absinkende Luft an den Rändern des Gewitters kann die Entstehung von naheliegenden Gewitter unterdrücken. Die ganze Energie und Labilität der Umgebung kann in dem einen Gewitter konzentriert werden und seine Weiterentwicklung ermöglichen. |
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| Kennzeichen im unteren Bereich | ||||||
| Einige der besonders wichtigen Wolkenformationen, um die Stärke und das Tornado-Potential eines Gewitters zu bestimmen, befinden sich an oder unterhalb der Wolkenbasis. Die meiste Verwirrung und Enttäuschung beim Storm-Chasing und Spotting entsteht bei der Fehlinterpretation dieser sehr ähnlichen, aber doch meteorologisch strikt zu unterscheidenden Wolkenformationen. | ||||||
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Das wohl am leichtesten zu identifizierende Kennzeichen im unteren Teil des Gewitters ist die regenfreie Basis. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine glatte, flache Wolkenbasis unterhalb des eigentlichen Gewitterturms, aus der wenig oder kein Niederschlag fällt. Die regenfreie Basis befindet sich gewöhnlich an der Rückseite der Niederschlagszone (meist im Süden oder Südwesten). Die regenfreie Bais kennzeichnet den hauptsächlichen Einströmungsbereich, wo warme, feuchte Luft aus der unteren Luftschicht in das Gewitter eintritt. Einige nennen die regenfreie Basis auch das Einsauggebiet des Gewitters. Wir haben schon davon gesprochen, daß ein Gewitter seine Umgebung beeinflussen kann. Neben der Unterdrückung von benachbarten Gewittern oder Wolken, kann sich diese Dominierung eines Gewitters auch durch Einströmungs-Bänder (inflow bands) zeigen. Das sind zottige Bänder von tiefen Cumulus-Wolken die sich vom eigentlichen Gewitterturm in den Südosten oder Süden erstrecken. Die Gegenwart von Einströmungs-Bändern weist darauf hin, daß das Gewitter tiefe Luftmassen aus vielen Kilometern Entfernung zu sich heranführt. Die Einströmungs-Bänder können auch spiralartig zum Gewitter hinführen, was auf einen Mesocyclone hindeutet. |
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Der Biberschwanz (beavers tail) ist eine weitere bedeutende Art von Wolkenband. Der Biberschwanz ist ein glattes, flaches Wolkenband, das sich vom östlichen Rand der regenfreien Basis in den Osten oder Nordosten erstreckt. Es führt meist um den südlichen Rand der Niederschlagszone herum. Der Biberschwanz kann meist bei niederschlagsreichen Superzellen gesehen werden und ist ein Hinweis auf Rotation innerhalb des Gewitters. Absenkungen der regenfreien Basis und "Zubehörwolken" wie Shelf-Clouds und Böenwalzen kennzeichnen wichtige Bereiche eines Gewitters. |
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| Wallclouds und andere Absenkungen | ||||||
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| Die Wallcloud wird definiert als eine isolierte Wolkenabsenkung unterhalb der regenfreien Basis. Die Wallcloud befindet sich meist an der Rückseite (südlich oder südwestlich) der Niederschlagszone. Dennoch ist die Wallcloud manchmal an der östlichen oder südöstlichen Seite des Niederschlagsgebietes. Das ist meist bei niederschlagsreichen Superzellen der Fall, wo sich das Niederschlagsgebiet um das westliche Ende des Aufwindbereiches herumgewickelt hat. Wallclouds haben meist einen Durchmesser von etwa 3km und kennzeichnen das Gebiet des stärksten Aufwindes. | ||||||
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| Shelf-Clouds und Böenwalzen | ||||||
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| Shelf-Clouds gegenüber Wallclouds | ||||||
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Die wohl größte Herausforderung für einen Spotter ist es, zwischen Shelf-Clouds unter einer regenfreien Basis und einer echten Wallcloud zu unterscheiden. Erinnern wir uns daran, daß eine Shelf-Cloud eine Abwind- und Niederschlagszone markiert, eine Wallcloud dagegen ein Gebiet des Aufwindes und einströmender Luft. Wenn eine Shelf-Cloud für mehrere Minuten beobachtet wird, wird sie dazu tendieren, sich vom Niederschlag wegzubewegen. Eine Wallcloud dagegen tendiert dazu, ihre Position relativ zum Niederschlagsgebiet beizubehalten. Shelf-Clouds tendieren dazu, sich weg vom Niederschlag abwärts zu neigen, während Wallclouds tendieren, sich weg vom Niederschlagbereich aufwärts zu neigen. Nur wenige der Absenkungen, die man beim Spotting/Chasing sieht, sind Wallclouds und nur wenige davon erzeugen Tornados. Wenn eine Wallcloud als solche positiv erkannt ist, gilt es als nächstes das Tornado-Potential abzuschätzen. Es gibt vier hauptsächliche Eigenschaften einer Wallcloud, die Tornados erzeugen kann. Erstens wird die Wallcloud beständig sein. Es ist möglich, daß sich ihr Aussehen verändert, aber sie wird für mindestens 10-20 Minuten vorhanden sein, bevor ein Tornado auftritt. Zweitens wird die Wallcloud DAUERHAFTE Rotation zeigen. Manchmal ist die Rotation sehr gut sichtbar und gewaltig, bevor sich ein Tornado entwickelt. Drittens werden starke Oberflächenwinde vom Osten und Südosten (Inflow) in die Wallcloud hereinwehen. Gewöhnlich werden nahe einer Wallcloud, die später einen Tornado erzeugt, Oberflächenwinde von 40-55 km/h beobachtet Viertens weist die Wallcloud Anzeichen von schneller vertikaler Bewegung auf. Zuminstest kleinere Wolkenteile in oder nahe der Wallcloud werden diese Anzeichen aufweisen bevor ein Tornado entsteht und obwohl es auch Tornados gibt, die sich nicht aus einer Wallcloud bilden, sind die genannten vier Anzeichen doch eine gute Daumenregel, um abzuschätzen, ob sich ein Tornado entwickelt. |
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| Andere gefährliche Wettererscheinungen | ||||||
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| Überschwemmungen | ||||||
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Für viele Jahre waren Überschwemmungen die Ursache für die meisten Toten und Verletzten im Zusammenhang mit Wettererscheinungen. Obwohl sich die Todesraten verringern, werden immer noch Menschen Opfer von Überschwemmungen. Die Bedingungen für Überschwemmungen sind etwas verschiedenen von denen, die schwere Gewitter erzeugen. Die typische Situation, in der Überschwemmungen auftreten, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit über eine große Tiefe der Atmosphäre. Geringe Werte von veritkaler Windscherung sind dabei meistens vorhanden. Überschwemmungen treten häufig in der Nacht auf, weniger am späten Nachmittag oder Abend. Überschwemmungen werden entweder von großen, sich langsam bewegenden Gewittern erzeugt oder durch den Zug-Effekt. Der Zug-Effekt entsteht, wenn mehrere Gewitter nacheinander ihren Regen im selben Gebiet fallen lassen. Dies kann bei Mehrfachzellen-Gewittern oder Squall-Lines auftreten. |
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